Leitfaden für Hindernisbefeuerung
Die Empfehlungen dieses Leitfadens dienen Ihrer Information zur Realisierung von Projekten im Bereich Hindernisbefeuerung. Anwendungsspezifisch können weitere, darüber hinausgehende Regelungen gelten. DeWiTec unterstützt Sie gerne bei Ihren Projekten.
Hindernisbefeuerungen dienen der Kenntlichmachung von Gefahrenstellen für die Luftfahrt. Gerade unter Schlechtwetterbedingungen müssen sich Luftfahrzeugführer auf die korrekte Funktion der Hindernisbefeuerungssysteme verlassen.
Der Markierung und Befeuerung ("Beleuchtung") von Luftfahrthindernissen liegen verschiedene Regularien und Vorschriften zu Grunde.
Internationale Regelwerke der Internationalen Zivilen Luftfahrtorganisation finden genau so Anwendung wie die Allgemeine Verwaltungsvorschrift der zuständigen Aufsichtsbehörde.
Zu befeuernde Luftfahrthindernisse:
Innerhalb von Städten bzw. dicht besiedeltem Gebiet ab Höhe über 150 m über Grund
Ausserhalb von Städten bzw. dicht besiedeltem Gebiet ab Höhe über 100 m über Grund
Zum Schutz tief fliegender Luftfahrzeuge (z.B. Arbeits-, Militär- und Rettungsflüge und in der Nähe von Flughäfen / Landeplätzen) kann die Kennzeichnung von Hindernissen auch in geringeren Höhen erforderlich sein
I Identifikation des erforderlichen Feuertyps
Hinweis für Installateure: Häufig ist der erforderliche Feuertyp bereits in den Ausschreibungs- oder Auftragsunterlagen genannt.
Ausschlag gebend für die Wahl des korrekten Hindernisfeuertyps ist die Höhe des zu befeuernden Objektes sowie die Betriebszeit (Tag / Nacht / Dämmerung).
Weitere Faktoren sind der Standort, Umweltfaktoren, der vorhandene Luftverkehr sowie andere in der Umgebung installierte Lichtquellen.
Resultierend aus der Betriebszeit kann die Installation einer automatischen Helligkeitsregelung erforderlich sein.
Je nach Anwendung kann ein Doppelhindernisfeuer erforderlich sein, wenn eine erhöhte Ausfallsicherheit gefordert ist.
Gefahrenfeuer sind nur bei besonders beeinträchtigter Hindernisfreiheit anzubringen, bei Bauwerken über 100 m Höhe über Grund oder Wasser jedoch stets, wenn eine Befeuerung des höchsten Punktes aus technischen Gründen nicht erfolgen kann und der unbefeuerte Teil das Gefahrenfeuer um mehr als 15 m überragt.
Tagesfeuer können zur Tageskennzeichnung anstatt farbiger Markierung verwendet werden. Hierdurch lässt sich der Installations- und Instandhaltungsaufwand meist erheblich reduzieren, wodurch eine Tagesfeueranlage kosteneffizient betrieben werden kann.
Bei Installationen, die zu Wartungszwecken nur schwer zugänglich sind, kann die Wahl eines Doppelhindernisfeuers mit automatischer Umschaltung sinnvoll sein. Der Einsatz eines gesteuerten und überwachten Systems ist sinnvoll, um Rückmeldungen über den Betriebsstatus zu erhalten.
Bei Feuern mit langer Lebensdauer des Leuchtmittels (z. B. LED) ist ein Reserveleuchtmittel nicht erforderlich, wenn die Betriebsdauer erfasst wird und das Leuchtmittel nach Erreichen des Punktes mit 5 % Ausfallwahrscheinlichkeit ausgetauscht wird.
Hochleistungs-Hindernisfeuer sollten durchgehend mittels eines automatischen Kontrollsystems überwacht oder einmal alle 24 Stunden visuell geprüft werden.
&w=3840&q=75)
II Auswahl des entsprechenden Feuermodels
DeWiTec bietet eine Vielzahl unterschiedlicher Hindernisfeuermodelle und –optionen und deckt so alle Anwendungen in Nieder-, Mittel- und Hochleistung ab. Die Einheiten sind einfach zu installieren und erfordern wenig Wartung.
&w=3840&q=75)
III Vorschriftskonforme Anordnung
Die Hindernisbefeuerung muss aus allen Richtungen gut sichtbar sein, um die Flugsicherheit jederzeit zu gewährleisten. Hindernisfeuer sind dabei möglichst nah am höchsten Punkt eines Bauwerks zu installieren, damit das Hindernis frühzeitig und eindeutig aus der Luft erkannt werden kann.
&w=3840&q=75)
Bei großflächigen Objekten oder Gruppen eng aneinanderliegender Objekte, sind die Hindernisfeuer so anzuordnen, dass die Konturen des Objektes erkennbar sind. Das Darstellen gerader Linien und der Ecken ist hilfreich. Unterstützend kann die Synchronisierung blitzender Feuer sein, z.B. über GPS-Module.
&w=3840&q=75)
Die Höhe eines Objekts bestimmt die Anzahl der erforderlichen Befeuerungsebenen (Levels) der Hindernisbefeuerung. Der Abstand zwischen zwei Levels darf 45 m nicht überschreiten (N = Objekthöhe / maximaler Levelabstand). Kann das Hindernisfeuer aus technischen Gründen nicht am höchsten Punkt installiert werden, darf der unbefeuerte Teil das Feuer um maximal 15 m überragen. Bei Schornsteinen sollten die obersten Feuer in einem Abstand von 1,5 bis 3 m unterhalb der Spitze montiert werden, um Beeinträchtigungen durch Rauch zu vermeiden – dabei muss die Hindernisbefeuerung weiterhin aus allen Richtungen sichtbar bleiben.
&w=3840&q=75)
Für eine Gruppe von Gebäuden oder Bäumen sind Mittelleistungshindernisfeuer vorzusehen.
&w=3840&q=75)
Die Anzahl der Hochleistungs-Hindernisfeuer pro Befeuerungsebene richtet sich nach dem Durchmesser des zu kennzeichnenden Objekts. Ziel ist eine uneingeschränkte Sichtbarkeit der Hindernisbefeuerung aus allen Richtungen. Entsprechende Richtwerte zur Anzahl der erforderlichen Hindernisfeuer pro Level können der folgenden Tabelle entnommen werden.
&w=3840&q=75)
IV Fachgerechte Installation
Die Montage und der elektrische Anschluss von Hindernisbefeuerungen dürfen ausschließlich durch qualifizierte Fachkräfte mit Ausbildung und Erfahrung im Bereich Elektrotechnik erfolgen. Je nach Höhe des zu befeuernden Objekts kann zusätzlich eine Schulung für Arbeiten in großer Höhe sowie geeignete persönliche Schutzausrüstung inklusive Absturzsicherung erforderlich sein. Abhängig vom Anwendungsbereich ist zudem eine Ersatzstromversorgung vorzusehen, um die Betriebssicherheit der Hindernisfeuer zu gewährleisten – Unterbrechungen der Stromversorgung sollten dabei nicht länger als zwei Minuten dauern.